Markus Fäh (Herausgeber) - frommann-holzboog (Stuttgart)
Judith Le Soldat heute. Theorie und Praxis.
Das Werk der Schweizer Psychoanalytikerin Judith Le Soldat (1947–2008) revidiert und erweitert die klassische Theorie des Ödipuskomplexes und schließt damit Lücken in der psychoanalytischen Entwicklungstheorie. Le Soldat revolutioniert die Sichtweise auf bisher mangelhaft verstandene Entwicklungen und Störungen und gibt dem Psychoanalytiker ein wirksames Instrument an die Hand, bisher Unbegriffenes zu sehen, zu verstehen und zu behandeln. In der Reihe Judith Le Soldat heute erscheinen Publikationen zum Denken und zu den theoretischen Konzepten Le Soldats sowie zu deren Anwendung in unterschiedlichen Bereichen.
Band 1 Trieb und Ödipus. Einführung in das Denken und Werk von Judith Le Soldat (Erschienen im September 2021):
Herausgegeben von Markus Fäh. Unter Mitarbeit von Elisabeth Geiger und Christoph Kappeler. Mit Beiträgen von Markus Fäh, Elisabeth Geiger, Monika Gsell, Christoph Kappeler und Dominic Suter.
Judith Le Soldat machte im Rahmen ihrer Theorie der ödipalen Entwicklung bahnbrechende Entdeckungen: Das Kind erschafft sich imaginäre Organe, begeht in der Fantasie Kastrationstat, Raubmord und Verrat und gerät dadurch in ausweglose verzweifelte seelische Situationen. Diese kindlichen Lösungen hinterlassen in der menschlichen Psyche tiefe Spuren und führen zur fatalen Neigung des Menschen zum Unglück. Diese innovative Erweiterung der ödipalen Entwicklungslehre schließt Lücken in der klassischen Psychoanalyse, eröffnet neue Sichtweisen und wirksamere Behandlungsmöglichkeiten, z.B. für Erfolgshemmungen, Ängste, Depressionen und sexuelle Symptome.
Im ersten Band der Reihe führen Kennerinnen des Werks von Judith Le Soldat zunächst in ihre neue und erweiterte Theorie des Ödipuskomplexes ein, um dann anhand sorgfältiger und detaillierter Kinderbeobachtungen und mittels ausführlicher Falldarstellungen von Erwachsenenanalysen ihre klinische und therapeutische Anwendung zu illustrieren und zu erläutern. Das Buch richtet sich gleichermassen an erfahrene Psychoanalytiker*innen und Psychotherapeut*innen und Psychotherapeut*innen wie an Studierende und interessierte Laien.
Band 2 Den «Tiger reiten» lernen (in Vorbereitung):
Materialien für eine dynamische Neurosenlehre
Herausgegeben von Markus Fäh. Unter Mitarbeit von Elisabeth Geiger und Christoph Kappeler.
Das Werk ist der klinischen Anwendung der Theorie von Judith Le Soldat in der psychoanalytisch-psychotherapeutischen Praxis gewidmet. Im Verlaufe der ödipalen Phase bilden sich im Psychischen die wesentlichen Bahnungen, die auch im Leben der Erwachsenen bestimmend sind. Aus diesem Grund wird das Erfassen des am Ausgangspunkt und während des Verlaufs einer Behandlung reaktivierten infantilen Konfliktes anhand von Fallmaterial zum Schwerpunkt dieses Bandes. Besonderer Wert wird auf die Dynamik gelegt, die sich in den Assoziationen und der Übertragungsbeziehung der Analysand*innen aktualisiert. Ausserdem geht es um die für den Behandlungserfolg wichtigen behandlungstechnischen Aspekte.
Der Band, der an Band 1 der Reihe anknüpft, aber auch für sich steht, richtet sich an Psychoanalytiker*innen, Psychotherapeut*innen, Psychiater*innen, Ärzt*innen, Psycholog*innen und andere an der klinischen psychoanalytischen Arbeit Interessierte.
Band 3 Dramaturgie des Unbewussten (in Vorbereitung):
Dramaturgie des Unbewussten
Die Darstellung ödipaler Dynamik im Film
Herausgegeben von Markus Fäh. Unter Mitarbeit von Elisabeth Geiger und Christoph Kappeler.
Das Werk befasst sich mit der Anwendung der Theorie von Judith Le Soldat auf die Untersuchung der Kunstform Film. Zunächst wird in die psychoanalytische Auseinandersetzung mit Kino und Film eingeführt, sodann eine kurze Zusammenfassung der ödipalen Theorie von Judith Le Soldat gegeben. Der Schwerpunkt des Bandes liegt auf exemplarisch durchgeführten Analysen von Filmen und Filmszenen: Wie zeigen sich Universalia der ödipalen Entwicklung in formalen und inhaltlichen Aspekten des Films? Wie werden im Film innerpsychische Kräfteverhältnisse und Konflikte sowie Lösungsversuche mit welchen Mitteln dargestellt? Inwiefern eignet sich der Film als Mittel zur Illustration von Aspekten der ödipalen Theorie?Der Band, der an Band 1 der Reihe anknüpft, aber auch für sich steht, richtet sich an Psychoanalytiker*innen, Kulturwissenschaftler*innen und andere an der Auseinandersetzung mit Kunst (insbesondere Film) und Psychoanalyse Interessierte.